Anfang Januar gab es ja die erste Ankündigung einiger Kassen zu einem Zusatzbeitrag von ca. 8€ pro Monat.
Jetzt ist lt. tagesschau.de die nächste Stufe erreicht. D.h. einige Kassen fordern “den Höchstbetrag”. Der ist mit einem Prozent des Bruttoeinkommens definiert und im Beispiel würde das bei der “BKK für Heilberufe” zu 37,50€ im Monat führen.
Das ist eine Menge Geld, vor allem wenn man noch an die quartalsmässige Praxisgebühr denkt – die natürlich “nur” bei einem Arztbesuch anfällt.
In den letzten 10 bis 12 Jahren konnte ich eines sehr deutlich beobachten: Leistungen sinken – an einigen Stellen massiv – und die Kosten, vor allem für den Versicherten, steigen.
Seit Einführung des Gesundheitsfond scheint es mir als wäre diese Schere mit einem Ruck gleich noch viel stärker aufgegangen.
Nehmen wir mal der Einfacheit wg. 3.750,-€ als den monatlichen Bruttolohn an. Lt. dem Brutto-Netto-Rechner von spiegel.de und ohne besondere Freibeträge bleiben davon monatlich 2.188,-€ übrig. Das finde ich schon beeindruckend hoch. Ich kenne einige die im Bereich “Heilberufe” tätig sind und die definitiv keine 2 vorneweg bei der Gutschrift auf ihrem Konto stehen haben.
In diesem Beispiel sind das also vom Nettolohn ca. 1,7 Prozent. Keine Arbeitgeberbeteiligung und von der Höhe her im Grunde ein zweiter Solidaritätszuschlag.
Wechseln?
Tja, wechseln bringt ja leider kaum noch was. Fast alle Krankenkassen werden Zusatzbeiträge erheben. Früher oder später.
Es wird darauf hinaus laufen, das die kleinen Kassen zu machen oder von den Großen geschluckt werden. Und die Großen werden weiter fusionieren – so wie Barmer und GEK.
Was wird das Ende sein? Eine handvoll “Monsterkassen”.
Und warum ist das so schlimm?
Nun, es gab einmal so etwas wie Wettbewerb. Das ist längst vorbei. Durch das Finanzausgleichssystem hatte sich das ja schon angebahnt. Und der Gesundheitsfond hat das ganze dann endgültig zementiert. Der so viel beschworene Wettbewerb wurde durch politischen Willen der rot-grünen und rot-schwarzen Regierungen vernichtet. Und es wird jetzt munter fortgesetzt in der schwarz-gelben Variante. Die setzt dem ganzen ja nur einen Zuckerhut auf mit Gedanken wie der einkommensunabhängigen Kopfpauschale – die unsozialer und ungerechter nicht sein kann.
Achja: Und sollte noch irgendjemand auf den Begriff “Wettbewerb” in diesem Zusammenhang pochen wollen, dann sollte sich dieser Jemand auch die Frage gefallen lassen, warum die “Gesundheitsexperten” von “übereilten Wechseln” abraten… auf dem Strommarkt wird da ja immer anders geredet.
Tags: krankenkasse, Politik, unsozial
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